16.03.2020

Corona – Unsere Strategie

„Heute umarmen wir einander nicht, um uns morgen umso stärker zu umarmen.“
(Giuseppe Conte, Ministerpräsident Italien)

Liebe Kollegin.
Lieber Kollege.

Wir hatten gerade einen Büro-Morgenkreis, um eine angemessene Corona-Strategie für Blattwerk zu entwickeln.

Arbeiten im Büro

Wir stellen fest, dass die Ansteckungsgefahr im Büro besonders hoch ist.
Denn wir hocken in geschlossenen Räumen sehr eng aufeinander.

Home-Office.

Wir werden soviel Arbeit wie irgend möglich von zu Hause aus machen.
Gerard richtet für Erna, Bernhard, Eric, Bernd und Stefan die Möglichkeit ein, vom heimischen Rechner auf ihre Büro-Rechner zuzugreifen.
Für Hartmut ist das bereits eingerichtet – und schreibt diese Zeilen vom heimischen Arbeitsplatz aus
Ihre Festnetz-Nebenstellen werden auf ihr Handy umgeleitet.
An manchen Tagen werden sie trotzdem im Büro sein.
Ruft weiter an, schickt weiter eMails von den Baustellen.
Auch wenn ihr uns nicht seht, wir sind für euch da.

Reduzierte Büro-Besetzung.

Dennoch versuchen wir, uns so zu organisieren, dass das Büro immer besetzt ist.
Denn wir müssen auf Änderung in der Dispo reagieren können, Waren annehmen etc.

Hygiene im Büro.

Wir öffnen die Türen nur noch mit dem Ellenbogen.
Wir passen auf, dass nur jede*r aus seiner Tasse trinkt, nur sein Besteck benutzt.
Wir reinigen alle drei bis vier Stunden Türgriffe, Handläufe und andere Knöpfe, die häufig von verschiedenen Menschen genutzt werden.
Und wir waschen uns deutlich häufiger die Hände als wir das sonst im Alltag für notwendig halten.
Wir lüften die Büro häufiger als wir das sonst im Alltag für notwendig halten.

Arbeiten in den Gärten

Kontakt mit Kund*innen.

Grundsätzlich glauben wir, dass das Arbeiten in den Gärten kein Risiko darstellt.
Wenn wir den nötigen Abstand zu unseren Kund*innen wahren (kein Hände schütteln, 2 m Abstand halten), laufen wir keine Gefahr, uns anzustecken oder unser Gegenüber anzustecken.

Kontakt mit Kolleg*innen.

Die größte Gefahr ist allerdings, dass wir uns gegenseitig anstecken.
Denn niemand von uns weiß, ob er/sie den Erreger mit sich herum trägt.
Nicht jede*r Infizierte hat Symptome.
Die Möglichkeit, uns gegenseitig anzustecken, besteht in folgenden Situationen:
– morgendliche Absprachen im Foyer und an der Kaffee-Maschine
– gemeinsame Fahrten im Lkw
– gemeinsamer Aufenthalt in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit (Umkleide, Duschen)
Mit folgenden Maßnahmen wollen wir die Anlässe von direktem Kontakt reduzieren:

Versetzter morgendlicher Start.

– Der Bau beginnt weiterhin um 7:30 Uhr
– Die Baumpfleger*innen beginnen um 8:00 Uhr
– Die Pflege beginnt um 8:30 Uhr
Das funktioniert natürlich nur, wenn die jeweiligen Gruppen innerhalb von 30 Minuten den Hof auch verlässlich verlassen haben.

Reduzierung gemeinsamer Fahrten in einem Fahrzeug.

– Direktes und getrenntes Anfahren der Gärten/Baustellen mit eigenem PKW oder Fahrrad
– Nutzung aller Blattwerk-Fahrzeuge (Pedellecs, Lastenrad, Seat, Jumpy)

Reduzierung sonstiger innerbetrieblicher Kontakte:

– Aufenthalt im Aufenthaltsraum mit so wenig Personen wie möglich (Abstand halten)
– Gemeinsamer Aufenthalt am Tisch vor unserem Eingang mit ausreichendem Abstand

Der Weg zur Arbeit

Öffentliche Verkehrsmittel bergen das Risiko, sich zu infizieren.
Deshalb:
– Fahrrad nutzen – auch die im Betrieb verfügbaren Pedellecs
– zu Fuß gehen, wenn möglich
– sonstige im Betrieb verfügbaren Fahrzeuge für Heimfahrten nutzen

Freistellung von der Arbeit

Krankheit

Wer tatsächlich verdächtige Symptome wahrnimmt, meldet sich sofort krank.
Lohnfortzahlung ist gesichert

Kinderbetreuung

Wer Kinder zu Hause betreuen muss, kann sich nach Bedarf und in Absprache von der Arbeit frei stellen lassen.
Menschen mit Überstunden feiern diese erst einmal ab.
Dann schauen wir weiter, welche Unterstützung Blattwerk gewähren kann

Angst vor Corona

Wir wissen, dass es nicht allen gleich gut gelingt, bezüglich drohender Infektionen und der um sich greifenden Corona-Panik gelassen zu bleiben.
Bitte besprecht das offen mit euren Abteilungsleiter*innen.
Wir werden gemeinsam nach einer Lösung suchen

Finanzielle Einbußen

Wir gehen davon aus, dass die Corona-Krise auch für Blattwerk zu wirtschaftlichen Enbußen führen wird.
Glücklicherweise konnten wir uns in den vergangenen Jahren ein Polster anfressen.
Dennoch gehen wir davon aus, dass jede*r von uns auch persönlich Einbußen haben wird.
Aber wir werden versuchen, als Blattwerk dafür Sorge zu tragen, dass es für niemanden existenziell wird.

Privatleben

Wir stehen alle in der Verantwortung, unsere Kontakte im Privatleben auf das unvermeidliche zu reduzieren.
Wir wollen uns nicht anstecken lassen und den Virus zu Blattwerk tragen.
Denn wir wissen: sobald eine*r von uns infiziert ist, werden wir den Laden zu machen müssen.
Wir wissen nicht, wie lange das dann notwendig sein wird.
Niemand von uns will wochenlang betätigungslos daheim sitzen.
Denn so viele gute Spiele, Filme und Bücher gibt es womöglich gar nicht.
Und ständig die neuen Corona-Ereignisse zu verfolgen, tut der Seele nicht gut.
Und Blattwerk als Gemeinschaft tut gut.

Deshalb:
– persönliche soziale Kontakte auf das nötigste Beschränken
– Hygiene-Vorschriften ernst nehmen und umsetzen
– Gelassen bleiben

Morgenkreis am Dienstag, den 17. März – findet statt

Wir werden morgen früh um 7:30 Uhr auf jeden Fall unseren Morgenkreis abhalten.
Denn wir wollen uns – mit ausreichend körperlichen Abstand – über das gemeinsame Vorgehen abstimmen und offene Fragen beantworten – so wir es denn können.

Abschließende Betrachtung

Jede*r von uns und wir als Blattwerk-Gemeinschaft stehen in der Verantwortung, mit dafür zu sorgen, das alle Erkrankten weiter gut versorgt werden können.
Alle Maßnahmen haben deshalb das Ziel, die schnelle Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Die Anzahl der Kranken darf nicht zu sehr steigen.
In folgendem diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung wird klar, wie wichtig unser verantwortliches Handeln ist: Hier klicken

Wir machen uns keine Illusion darüber, dass wir Corona verhindern können.
Und wir wissen, dass uns das Thema noch bis in den Sommer hinein begleiten wird.
Und wahrscheinlich werden wir unsere Strategie immer wieder neu anpassen müssen.

Dafür brauchen wir dich, deine Aufmerksamkeit, dein Verantwortungsbewusstsein – und deine Gelassenheit

Für mich persönlich ist die größte Herausforderung, Gemeinschaft und Solidarität nicht mehr durch Nähe erleben zu können, sondern Distanz halten zu müssen.

Und wieder einmal bin ich froh und stolz, bei Blattwerk arbeiten zu dürfen.

Herzliche Grüße.

Hartmut

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