Der (Garten-)Raum als Dritter Erzieher

Ein gut gestalteter Spielgarten fordert die Kinder auf, sich auf eine Reise zu begeben. Er fordert sie heraus, sich ihren Grenzen zu nähern, um sie bald spielerisch zu überwinden.

Ein gut gestalteter Spielgarten braucht kaum Verbote. Er erklärt sich selbst. Gefahrenquellen sind durch geschickte Anordnung der verschiedenartigen Spielräume minimiert. Die verbleibenden erkennen auch Kinder. An ihnen wachsen sie.

Ein gut gestalteter Spielgarten entlastet die Erziehenden. Die Entzerrung unterschiedlicher Spielgeschwindigkeiten verringert Streitigkeiten zwischen Kindern. Die Erziehenden werden von der Last befreit, den Spieltrieb der Kinder zu bändigen. Sie können sich ihrer eigentlichen Aufgabe widmen und den Kindern beim Öffnen von Türen zu neuen Welten behilflich sein.

 

Gärten unterschiedlicher Geschwindigkeiten

Draußen sein. Kaum ein anderer Ort bringt Kinder in ihrer Entwicklung ähnlich voran. Sie wollen Neues entdecken und die Welt erforschen, sich selbst erfahren.

Kinder wechseln im Laufe des Tages häufig ihr Spieltempo. Eben saßen sie noch in sich selbst versunken beim Sandeln und wollten nicht gestört werden. Schon rennen sie zusammen mit einer großen Kinderschar auf dem Rundweg um die Wette. Unter einem überhängenden Strauch sind drei Kinder einträchtig in ein Rollenspiel vertieft. Was die drei Kinder oben im Stelzenhaus zu besprechen haben, bleibt unbekannt. Eine große Gruppe von Kindern beteiligt sich an einem Kreisspiel auf dem zentralen Festplatz, von einem Erzieher angeleitet. Die Kinder hinten in der Matschecke freuen sich, dass sie endlich unbehelligt Kuchen backen und diese auf Laubblättern servieren können.

 

Strukturierende Raumgestaltung

Eine durchdachte Geländegestaltung schafft Nischen, Versteckmöglichkeiten und Rückzugsorte. Vielfältige Materialien wie Pflanzen, Holz, Rinde, Kies, Bruchsteine, Findlinge, Sand und Wasser erlauben anregende Sinneserfahrungen.

Wege verlaufen so, dass sich Aktivitäten nicht durchkreuzen. Lauf- und Fahrwege führen um die ruhigen Spielzonen herum. Schaukeln stehen abseits dieser Wege. Heckenpflanzungen sorgen dafür, dass Kinder nicht in die schwingenden Schaukeln rennen. Rutschen enden nicht im Sandelbereich, weil Sandspielflächen an anderer Stelle im Gelände angelegt sind. Die Form und Größe des zentralen Platzes wird definiert vom Durchmesser des größten denkbaren Kreisspiels (nicht vom Platzbedarf des einmal im Jahr stattfindenden Sommerfestes).

Robuste Strauch- und Heckenpflanzungen, Geländemodellierungen (manchmal auch Zäune) definieren die verschiedenen Spielräume und Nischen. Bäume sorgen für zusätzliche Geborgenheit und den notwendigen Schatten. Im Herbst sind die Kinder dankbar für fröhliche Spiele im Laub.

Jeden Tag ein bisschen mehr

Balancieren, Hangeln, Klettern, Springen, Schaukeln, Schwingen. Das sind zentrale Angebote für die Entwicklung kindlicher Motorik: Tag um Tag erweitern sich Kraft und Geschicklichkeit.

Unsere Spielobjekte bieten Herausforderungen für jedes Kindergartenalter. Erst die Vorschulkinder können den schwierigsten Kletterweg bewältigen. Kindergartenneulinge probieren sich sicher auf leichterem Terrain. Alles andere ist für sie (noch) unerreichbar. Schaffen sie es vor der Zeit, sind sie der Herausforderung gewachsen.

 

Ruhe und Bewegung

Selbstverständlich bieten unsere bekletterbaren Spielobjekte aus Robinie und Douglasie auch Möglichkeiten zum Ausruhen oder ruhigem Spiel. Als Höhle am Boden, als Nische im Aufstiegsturm oder ganz oben auf der überdachten Aussichtsplattform. Denn wir wissen, wie gerne und schnell Kinder ihre Spielgeschwindigkeit ändern.